Werkstattgruppe Politik - "Wir müssen reden!" - verstehen wir als offenes Forum im privaten Raum. Als Möglichkeit, regelmäßig über uns und die Welt zu sprechen, über Konflikte und Krisen, über den Schutz unserer Umwelt oder unsere Daten...

Unter dem Projekttitel "Wir müssen reden" haben wir die Werkstattgruppe Politik gegründet, um unserem Bedürfnis Ausdruck zu verleihen, die immense Flut an Nachrichten im Negativen wie im Positiven für uns zu sortieren und einzuordnen. Die vielfachen Aufgaben und Belastungen im Beruf, Beziehung und Familie lassen kaum Raum für das Hinterfragen von Entwicklungen in Politik, Kultur und Gesellschaft. Weil wir vielerorts Durck spüren, öffnen die Werkstattgespräche "Wir müssen reden!" einen Ort der Reflexion, der Möglichkeit für entschleunigtes Denken und für klare Erkenntnisprozesse. Ein Raum, der der Kunst dient, soll auch der Kommunikation und Diskussion Platz geben. Jeweils für ein Thema pro Abend, stets politisch und überparteilich, gefüttert durch eigenes Vorwissen, durch Lesetipps, Referentenvorträge, durch Zuhören und Zusammenarbeit. Ein Austausch, der Mut machen soll, seine eigene Meinung zu finden, zu bestärken oder zu überprüfen. Und der Impulse geben kann für ein politisches Engagement auch außerhalb der Werkstatt, in Gruppen, Initiativen oder Netzwerken. 

Für die Gruppe: Christiane Berg, Volker Stephan, Teresa Häuser.

Am letzten Gesprächsabend am 17.6.2016 sprach Olaf Bernau von "Interact Afrique Europe" über die verschiedenen Ursachen der Flucht. Der Abend beleuchtete die Situation der Fliehenden, wenn sie in den Maghreb-Staaten angekommen sind, untersuchte die Haltung der jeweiligen Regierungen gegenüber den Fliehenden und zog das Verhältnis von EU und Maghreb-Staaten in die Betrachtung mit ein. Welche Maßnahmen verbessern/verschlechtern die Situation der Fliehenden, was davon dient einer reinen europäischen Abschottungspolitik, wie steht es um den Status der Maghreb-Staaten als "sichere Herkunftsländer"?

Informiert wurde außerdem über ein besonderes Projekt des Netzwerkes Afrique-Europe-Interact. Es handelt sich hierbei um ein Rasthaus, in dem geflüchtete Frauen und ihre Kinder vorübergehend Zuflucht finden. Auf die besonders zugespitzte Situation von Frauen, die den sexuellen Übergriffen von Schleppern und Mitreisenden ausgesetzt sind, soll dabei eingegangen werden.

 

Wer, die an diesem Abend besprochenen Themen zur Politik der EU zu Marokkos, aber auch zu den Staaten Ostafrikas, vertiefen will, kann sich dazu Texte und Videos auf der Webseite von Afrique-Europe-Interact abrufen. Dies geht am besten von folgendem Link, von dem aus alles Weitere gefunden werden kann:


afrique-europe-interact.net/55-0-Frontex-Grenzregime.html


Innerhalb dessen seien jedoch zwei Links ausdrücklich hervorgehoben: In dem Menüpunkt "Karthoum-Prozess" sind unter anderem mehrere Beiträge von Monitor, Report Mainz, Pro Asyl verlinkt.


In dem Menüpunkt "Marokko" gibt es zudem den Verweis auf drei Videos, die sich mit der Situation in Marokko beschäftigen. Neben dem kurzen Zaun-Video, der preisgekrönte Film "The Land Between", der auch mit deutschen Untertiteln frei zugänglich ist und der die Situation jener Geflüchteten und Migrant_innen in Marokko schildert, die in den Wäldern an der Küste oftmals jahrelang leben und hoffen, auf die eine oder andere Weise nach Europa zu gelangen.